Macht oder Ohn(e)Macht?

Macht oder Ohn(e)Macht?

Das ist hier die Frage… Für manche auch die Gretchenfrage.

Was bedeutet für Dich der Begriff „Macht“? Deinen Willen, Deine Vorstellung anderen Menschen oder Situationen überzustülpen, damit sie sind, wie Du sie haben willst oder damit die Situation so ist, wie Du sie anerkennen kannst? Ungeachtet der Wünsche und Bedürfnisse der anderen oder dem tatsächlichen So-Sein der Situation?

Oder ist es die Anerkennung der Eigen-Macht und der eigenen Ohn-Macht – dass die Situation nunmal so ist, wie sie ist und Du daran nichts ändern kannst?

Ich will Dir etwas über mein bisheriges Verhältnis zum Thema Macht/Ohnmacht erzählen. Schon sehr früh kam ich damit in Berührung. So früh, daß ich begriff, dass meine Macht gegenüber der der anderen schwächer war  und dass mein Überleben davon abhing, mich dieser Macht der anderen zu unterwerfen. Was im Grunde nichts anderes hieß, als in die eigene Ohnmacht zu gehen.

Das hat sich über 45 Jahre gehalten, dieses Bild. Dass ich die Ohnmächtige bin. Die, deren Leben wie auch viele Entscheidungen mich persönlich betreffend von anderen abhing. Von jenen, die in meinen Augen sehr mächtig waren und eine Autorität waren. Und die offenbar wussten, wo es lang geht, während ich selbst im Nebel rumstocherte und meinen eigenen Weg zu finden versuchte und ihn doch nicht finden konnte.

Mitte 40 kommt die Midlife-Crisis und die Gedanken über einen selbst. Wer bin ich wirklich? Was will ich wirklich? Und damit irgendwann zwangsläufig auch die Auseinanderersetzung mit dem Thema Macht/Ohnmacht.

Was heißt eigentlich Macht?

Macht kommt von machen. Von etwas tun oder etwas tun zu können. Und von eigenen Fähigkeiten und Talenten. Und etwas aktiv zu tun und auch verändern zu können. Ohne Macht zu sein – ohnmächtig zu sein – ist ein Verharren in dem, was ist. Nicht für Veränderung sorgen zu können, etwas nicht tun zu können. Nicht in der Welt und schon gar nicht für sich selbst.

Kennst Du von Dir selbst den Spruch „Das (oder Es) steht nicht in meiner Macht,….“? Es heißt nichts anderes, als dass Du Dich ohnmächtig fühlst, etwas verändern zu können.

Das Thema Macht war für mich bisher nicht positiv besetzt. Im Gegenteil. Die Macht hatten andere und ich hatte immer das Gefühl, daß ich die Ohnmächtige bin. Die, die etwas nur hinnehmen und kaum etwas bis nichts (ver)ändern kann. Nun ist das Leben aber eine stetige Veränderung. Das einzig Sichere ist die Unsicherheit. Oder eben die Veränderung und dass nichts bleibt, wie es ist, sondern einer stetigen wenn auch manchmal langwierigen Veränderung unterliegt. Aus Sicht des Positiven: Veränderung bringt Wachstum.

Ich habe meine Eigen-Macht an andere schon sehr früh abgegeben. Und weil ich mit dem Thema Macht nichts Positives verbinden konnte, hab ich mich ohnmächtig gefühlt. Ohne eigene Macht. Und die Macht (in erster Linie das negative Bild von Macht) auf andere projiziert. Auch wenn sie sie nicht wirklich hatten. Meine Erfahrung mit Macht war eine negative. Und auch deshalb hab ich sie auf andere projiziert. Ich wollte NIE so sein oder werden, wie die – vermeintlich – Mächtigen um mich rum. Nur auf ihr eigenes Ego bedacht und dass andere Menschen funktionierten, wie sie es haben wollten. Ich habe schon als kleines Kind nicht verstehen können, warum sich Menschen gegenseitig bekriegen und die Macht über etwas oder jemanden haben wollen statt die Ebenbürtigkeit und Gleichwertigkeit aller anzuerkennen.

Ich bin dabei, das Thema Macht zu verwandeln. Weg von dem negativen Bild hin zu etwas Positivem. Und sie als das anzuerkennen, was sie eigentlich ist: Die Fähigkeit zur Veränderung.

Macht kommt von machen. Und im Machen steckt die Veränderung, die Weiterentwicklung.

Ich habe Macht. Über mich selbst. Und ich bin weit entfernt davon, mich anderen gegenüber als auf das eigene Ego reduziert mächtig zu empfinden. Dazu bin ich mit meiner Sensibilität nicht der Typ.

Macht kann etwas Positives sein. Wenn sie dazu dient, nicht über anderen zu stehen, andere nicht zu unterdrücken und ihr So-Sein zu akzeptieren. Wenn sie dazu dient, Situationen anzuerkennen als das, was sie sind und nicht als das, was sie sein sollen, um sich selbst über-mächtig zu fühlen.

In diesem Sinne wünsche ich Dir: Möge die Macht mit Dir sein! Die positive Seite derer. 😉

Autor: Tiefseelfrau

Ich fühle. Ich denke.

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